Das Dossier Wasser

Oswald Sigg

Menschen trinken Wasser. Sie kochen und waschen sich mit Wasser. Aus Wasser gewinnen sie Energie, und mit Wasser betreiben sie Landwirtschaft und Fabriken. Das Wasser ist ein Gemeingut. Doch es wird knapp, vor allem in den ärmsten Ländern der Welt.

Aus dem wachsenden Mangel am öffentlichen Gut Wasser entstehen Konflikte und Kriege. Verglichen mit anderen Regionen schwimmt unser Land im Wasser. Mehr noch: das Schweizer Unternehmen Nestlé ist ein Pionier in der kommerziellen Nutzung des Wassers und der grösste private Wasserhändler überhaupt. Demgegenüber aber leiden weite Teile der Welt an latentem oder akutem Wassermangel. In Afrika zum Beispiel haben 55 Millionen Menschen in grossen Städten keinen Zugang zum Wasser. Aber nicht nur daran fehlt es. 175 Millionen Afrikaner haben keine sanitären Anlagen, die für Menschen zumutbar sind.  Das Problem verschärft sich, weil Afrikas Metropolen weltweit am stärksten wachsen. Die Folgen des Wassermangels in den Agglomerationen und Megastädten der Dritten Welt sind dramatisch. Nach UN-Angaben sterben jährlich etwa 5 Millionen Menschen allein an chronischem Durchfall - verursacht durch schmutziges Wasser. Etwa 800 Millionen Menschen leiden unter knappem Trinkwasser. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung, nämlich 3,2 Milliarden Menschen, ist heute schon nicht mit einer funktionierenden Abwasserentsorgung ausgestattet. Und in den kommenden Jahren werden die Wasservorräte weltweit abnehmen. Es gibt UN-offizielle Prognosen, wonach im Jahr 2025 ein Viertel der Weltbevölkerung über keine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser mehr verfügen wird.

Helvetas, die erfahrensten und grössten Entwicklungsorganisation der Schweiz, hat das Wasser zum Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht und unterstützt in allen Partnerländern Projekte, die Wasserversorgung, Siedlungshygiene und Nahrungsmittelproduktion ins Zentrum stellen. Mit diesen Projekten und auch in Interventionen bei Regierungsstellen fordert Helvetas, dass das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkannt wird. Und der letzten Ausgabe von „Partnerschaft“, dem Helvetas-Magazin können wir ein ganz praktisches Beispiel dieser Schwerpunkttätigkeit entnehmen können. Die Hebamme Nafissatou Bagana in der Geburtsstation von Sirarou im afrikanischen Nord-Benin berichtet in einer Reportage über die Zeit des Wassermangels und das neue Leben mit dem Brunnen, der mit Unterstützung von Helvetas gebohrt wurde. „Früher mussten die Schwangeren das Wasser für die Geburt selber mitbringen - ein unhaltbarer Zustand“, sagt sie.

Helvetas ist in 30 Ländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und der Karibik in konkreten und überschaubaren Hilfsprojekten tätig. Getreu dem Auftrag: «Wir engagieren uns für benachteiligte Menschen und Gemeinschaften in Entwicklungsländern, die ihre Lebensbedingungen aktiv verbessern wollen.» Hier eine nützliche Adresse: www.helvetas.com.

( Oswald Sigg ist Zentralvorstandsmitglied HELVETAS )



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