Diskurs zu ECOPOP

Hälfte / Moitié

Red./ Alec Gagneux, Mitglied des Initiativkomitees «Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen», antwortet auf die Kri­tik an der ECOPOP-Initiative von Nationalrätin Yvonne Feri (SP/AG) im Hälfte / Moitié - Newsletter vom 7. Juli 2014. 

Alec Gagneux 

Gedanken zur „Inakzeptablen Einschränkung der menschlichen Freiheit“ von Yvonne Feri 

Bei der Verurteilung der ECOPOP und ihrer Initiative scheinen sich ja fast alle ParlamentarierInnen in Bern einig zu sein. Damit reagieren sie vielleicht unbewusst ganz im Sinne von economiesuisse und vom Vatikan: Je mehr Wachstum desto besser. 

Familienplanung, ein Menschenrecht 

Auch Yvonne Feri legt ECOPOP „Geburtenkontrolle“ in den Mund – eine reine Erfindung. Was ECOPOP beim zweiten Teil der Initiative verlangt, ist nichts anderes als ein seit 1968 von der UNO deklariertes Menschenrecht. Genau dieses Menschenrecht fordert Yvonne Feri am Schluss ihres Artikels: „Familienplanung muss allen Bevölkerugsschichten zugänglich sein. In allen Ländern.“ Das ist es, was ECOPOP mit 10% vom DEZA-Budget fördern will. 90% vom Budget hat die DEZA dann immer noch für alle anderen Aufgaben, welche nachhaltige Entwicklung begünstigen sollten, zur Verfügung. Hier zu sagen, dass „laufende erfolgreiche Programme des Bundes behindert werden“ ist erstaunlich. Was ist, bitte schön, erfolgreich bei der DEZA – ausser vielleicht die Karriere von Martin Dahinden als neuer Botschafter der Schweiz in den USA? Denkt Frau Feri tatsächlich, dass DEZA-Chef Dahinden in die USA delegiert werden könnte, wenn er wirklich die Interessen der Menschen im Niger, in Mali oder in Burkina Faso erfolgreich verteidigt hätte? 

10% für sexuelle Rechte 

Die 10%-Idee stammt von zwei Frauen, welche mit der DEZA- Arbeit in Bezug auf die sexuellen Rechte von Frauen und Männern nicht zufrieden sind: 2009 haben die oberste Hebamme, SP-Ständerätin Liliane Maury Pasquier sowie GP-Nationalrätin Yvonne Gilli in Vorstössen 10% für sexuelle Rechte in der Entwicklungszusammenarbeit gefordert. Damals war niemand empört. Seit ECOPOP 10% für das Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung fordert, wird die SP/GP – Idee, dass Gelder für solch wichtige Aufgaben reserviert werden, mit unhaltbaren Argumenten (Bevölkerungskontrolle, Neokolonialismus) attackiert. 

80'000'000 von Frauen ungewollte Schwangerschaften 

Die meisten GegnerInnen von ECOPOP verschweigen das für uns kaum vorstellbare Leiden von Frauen, die jedes Jahr schwanger werden (müssen) ohne es zu wollen. Hätte gemäss UNO die Weltgemeinschaft 4 Milliarden $ mehr Mittel für freiwillige Familienplanung zur Verfügung, dann könnten nebst den ungewollten Schwangerschaften auch 40 Millionen Abtreibungen verhindert werden. Wer Mitgefühl für Benachteiligte aufbringen kann, sieht ein, dass der Mangel an Aufklärung und verfügbaren Verhütungsmöglichkeiten eine „Inakzeptable Einschränkung der menschlichen Freiheit“ ist: 440 Millionen Menschen warten darauf, dass sie in Freiheit wählen können, wann sie Nachkommen haben möchten und wann eben nicht. Mit einem empathischen JA zu ECOPOP am 30. November können wir das Leiden von 1000'en von Menschen lindern helfen. Wie sagte doch Mani Matter so treffend: „Dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser wos weniger guet geit...“ 

Mehr dazu: http://www.fairch.com/themen/ . Für Fragen/ Anregungen können Sie sich gerne bei Alec Gagneux melden: info@fairCH.com

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