Erwerbslosigkeit gehört zum Kerngeschäft

Ludwig Gärtner

Wortmeldung am Fusionskongress zur neuen Gewerkschaft Syndicom

Gewerkschaften sind Arbeitsorganisationen. Das heisst aber nicht, dass sie sich um diejenigen Menschen, die aus dem Arbeitsprozess rausfallen, nicht mehr zu kümmern brauchen.

Es ist ein Skandal, wenn Menschen einen grossen Teil ihrer Einkommen und Renten verlieren, weil diese Gesellschaft nicht in der Lage ist, genügend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Es ist ein Skandal, wenn diese Menschen von der Gesellschaft dann auch noch ausgegrenzt und teilweise entmündigt werden.

Da wäre es zynisch zu argumentieren, man sei eine Branchengewerkschaft, und wer den Job verliere, sei eben nicht mehr in der Branche.

Ich möchte an dieser Stelle auch der gestern erhobenen Forderung von Kollege Jennings (Generalsekretär der Gewerkschafts-Dachorganisation UNI Global Union) nach einer „Arbeitsgesellschaft mit menschlichem Antlitz“ vehement widersprechen. Geradesogut könnten wir einen Schafspelz für den Wolf fordern. Nein – wir wollen eine MENSCHLICHE Gesellschaft, in welcher alle ein anständiges Einkommen haben.

Es genügt bei weitem nicht, wenn die Gewerkschaften im Auftrag des Staates eigene Arbeitslosenkassen führen – und mit den Gewinnen daraus noch sich selbst quersubventionieren. Diese Gewinne müssten wenn schon zwingend zweckgebunden zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit und deren Folgen eingesetzt werden. Denn Erwerbslosigkeit kann alle treffen, das heisst, auch alle unsere Mitglieder. Wiele sind bereits betroffen.

Die neue Gewerkschaft Syndicom ist gestartet. - Es gibt viel zu tun.

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