Familienferien für Benachteiligte

Paul Ignaz Vogel

Eine Patchworkfamilie mit vier Kindern erlebt die Gesellschaft von unten. Sie wird von einer sozial gesinnten Unternehmung zu einer Woche kostenlosen Familienferien eingeladen. So ergeben sich Werte wie Glück und Gesundheit für alle.

Doris Schläpfer (Pseudonym) erzählt mit Freuden von ihren einwöchigen kostenlosen Familienferien auf dem Hasliberg. Sie gesteht auch, dass sie vor Rührung weinen musste, als sie mit ihren vier Kindern (7-jährig, 6-jährig und zweijährige Zwilinge) auf dem Zwergenweg durch Hochmoore, Alpweiden und Tannenwälder ging. Dieses kostenlose Ausspannen und Zusammensein mit ihren Lieben bedeute ihr so viel. Eingeladen worden war sie und ihr Partner durch die Schweizer Reisekasse (Reka).

Last der Familienarbeit 

Für Doris bedeutet der Alltag als Familienmutter harte Arbeit. Sie steht sieben Mal in der Woche zwischen sechs und halb sieben Uhr auf, bereitet dann das Frühstück vor. Um 9 Uhr müssen die älteren Kinder im Kindergarten sein. Dann heisst es waschen, putzen, flicken, das Mittagessen vorbereiten. Am Nachmittag geht sie einkaufen und mit den Kindern spazieren. Dann muss sie das Abendessen zubereiten. Die Kinder werden zu Bett gebracht. Erst jetzt kann sie sich auch noch ihrem Partner etwas widmen. Zu Bett geht sie zwischen Mitternacht und halb ein Uhr früh. Da sie noch jung ist (30-jährig), kommt sie mit wenig Schlaf aus. Doch die unermüdliche Familienarbeit zehrt schon jetzt an den Kräften. Darum sind die einwöchigen Familienferien eine Wohltat für alle in der Patchworkfamilie. „Wir hätten uns das gar nicht leisten können“, räumt Doris ein.

Schwierige Jugendzeit

Aufgewachsen ist Doris bei ihren Grosseltern, denn ihre eigenen leiblichen Eltern waren schwer drogensüchtig und verkehrten als Junkies auf der Gasse. Deshalb stand Doris auch unter Vormundschaft. Die Jugendzeit war für Doris sehr belastet. Mit 18 Jahren musste sie zusehen, wie ihre HIV-positive Mutter starb. Doch sehr lobend äussert sie sich über die Tatsache, dass sie rechtzeitig ein Stipendium erhielt, dank dem sie ihre Ausbildung als Kinder-Krankenschwester absolvieren konnte. Sie betätigte sich anschliessend im Beruf, wurde dann schwanger.

Unternehmen schafft sozialen Mehrwert

Heute lebt Doris mit ihrer Familie von der Sozialhilfe. Darin einbezogen wird auch die Alimentenbevorschussung des Vaters der ersten beiden Kinder. Zum Einkommen der Patchwork-Familie gesellt sich noch ein bescheidener Beitrag aus dem Einkommen des Partners von Doris, dem Vater der beiden Zwillinge. Doris sagt, zusammen mit ihrem Partner: „Wir hoffen, dass wir mal aus der Armut herauskommen.“ Da ist es doppelt wichtig, die Gesundheit mit Ferien zu pflegen. Die Reka dazu: „Im Gegensatz zum heute viel diskutierten Shareholder Value setzt die Reka auf den Social Value. Jedes Jahr verschenkt die Reka-Ferienhilfe rund 50'000 Ferientage in der Schweiz an über 1'200 einkommensschwache Familien und allein Erziehende mit ihren Kindern.“

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