AHV-Reform: Nein zur Erhöhung des Frauenrentenalters

Unia

Der Ständerat ist dem Bundesrat gefolgt und will im Rahmen der Rentenreform 2020 das Frauenrentenalter auf 65 Jahre erhöhen. Ausserdem soll in der Pensionskasse der Umwandlungssatz auf 6% gesenkt werden – zwei massive und inakzeptable Einschnitte in die Altersvorsorge der Frauen. 

Wir bezahlen eure Reform nicht. Bereits 1997 wurde das Frauenrentenalter von 62 auf 64 Jahre angehoben. So bezahlen die Frauen schon heute zusätzlich 800 Millionen Franken pro Jahr an die Stabilisierung der AHV. Mit der geplanten Erhöhung des Rentenalters würden erneut 1.3 Milliarden Franken pro Jahr auf Kosten der Frauen gespart. 

Für flexibles Rentenalter 

Die Erhöhung des Frauenrentenalters ist ein erster Schritt in Richtung höheres Rentenalter für alle. Es ist ein offenes Geheimnis: Bürgerliche PolitikerInnen und ArbeitgeberInnen wollen das Rentenalter 67 oder noch höher. Nicht mit uns: Wir fordern ein – für alle finanzierbares – flexibles Rentenalter und bessere AHV-Renten für alle. 

Der Ständerat hat eine generelle Rentenerhöhung von 70 Franken beschlossen. Das ist erfreulich und ein Schritt in die richtige Richtung. Aber er reicht nicht. 

80% der Rentnerinnen nur mit AHV 

Die AHV ist die wichtigste Säule der Altersvorsorge und muss gestärkt werden. 80% der pensionierten Frauen leben ausschliesslich von der AHV. Doch die Renten reichen für ein Leben in Würde bei Weitem nicht aus. Deshalb fordern wir mit unserer Initiative AHVplus 10% höhere Renten für alle. Das ist fair und finanzierbar. 

Wir lehnen die Senkung des Umwandlungssatzes entschieden ab. Denn damit würden, um das heutige Rentenniveau in der Pensionskasse zu halten, tiefe Einkommen – also die der Frauen – überdurchschnittlich belastet. Wir wollen nicht immer mehr Geld in die 2. Säule pumpen und dafür immer weniger Rente bekommen. 

Rund ein Fünftel weniger Lohn  

Erwerbstätige Frauen verdienen im Schnitt rund einen Fünftel weniger als Männer. Ihre Einkommen sind dadurch jährlich rund 20 Milliarden Franken kleiner. Zudem verrichten Frauen viel mehr unbezahlte Arbeit als Männer: jährlich über 80 Milliarden Franken. Die direkte Folge davon: Viel tiefere Renten für Frauen. Würde bei der Rentenberechnung die gesamte von den Frauen geleistete Arbeit gleichberechtigt berücksichtigt, kämen sie auf gleich grosse Renten. Doch diese Überlegungen werden in der Debatte völlig ausgeklammert. 

Statt die wichtige Arbeit der Frauen anzuerkennen, werden sie zur Kasse gebeten. Für uns ist deshalb klar: Wir wollen tatsächliche Gleichstellung und keine Reform auf Kosten der Frauen.

( Resolution Unia Frauenkommission, 24. Oktober 2015 )

Zurück


Unterstützen Sie den Mediendienst
Hälfte/Moitié mit einer Spende über PayPal:



Bitte teilen Sie unsere Artikel: