Blendend

Oswald Sigg

Götz Werner ist seit Jahren der unermüdliche Verfechter des bedingungslosen Grundein­kommens. Er ist ein überaus begabter, ein blendender Rhetoriker. Er ist auch ein Bewun­derer des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler.  

Seine Devise wird entsprechend über­nommen: Konsum, der Motor der Wirtschaft, basiert auf Einkommen. Mit dem Grundein­kommen – ginge es nach ihm: 1‘000 Euro pro Kopf und Monat - will Werner allen den Zu­gang zu Gütern und Dienstleistungen gewähren.  

Finanziert würde das System durch sich selbst: über die Konsumsteuer. Denn: es kann nicht um Umverteilung gehe  mit dem Grundeinkommen, sagt Götz Werner. Er irrt sich. In der Schweiz macht das Grundein­kommen nur Sinn, wenn es die soziale Frage wenigs­tens im Ansatz beantwortet: indem es die Einkommen gerechter ver­teilt. 

Im Fall der eidgenössischen Initiative für das bedingungslose Grundeinkommen wür­den wir unter den Werner’schen Vorzeichen – ca. 1‘200 CHF monatliches Grundein­kommen fi­nanziert über eine Mehrwertsteuererhöhung auf ca. 22 % - nur mehr we­nige Unterschriften erhalten. 

Wenn aber die Grundeinkommens-Initiative in der Schweiz zustande kommt, dann vor allem deshalb, weil sie erst einmal Fragen stellt über Arbeit, Einkommen, Reichtum, Armut, über eine egoistische oder gerechte, über eine solidarische oder eine kapitalistische Gesellschaft.

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