Der Schweizerische Gewerkschaftsbund

Hälfte / Moitié

Quelle www.sgb.ch: Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in der Schweiz einzelne Gewerkschaften gegründet. Starken Auftrieb erhielt das Vereinswesen durch die Bundesverfassung von 1848 mit der Garantie der Vereinsfreiheit. Verschiedene Arbeitervereine entstanden: Geselligkeits-, Hilfs- und Bildungsvereine, politische und gewerkschaftliche Vereine.

In der Frühzeit der Arbeiterbewegung spielte der schweizerische Grütliverein (1838 bis 1925) eine wichtige Rolle. Er war eine tragende Kraft im Kampf um das Fabrikgesetz von 1877. Zahlenmässig erreichte er im Jahre 1890 mit rund 16'000 Mitgliedern, verteilt auf 353 Sektionen, seinen Höchststand. Grütlia­ner waren massgeblich beteiligt an der Gründung von Konsumvereinen, Gewerkschaften, Krankenkassen.

Die zunächst schwachen und organisatorisch zersplitterten Glieder der Arbeiterbewegung strebten eine umfassende gesamtschweizerische Dachorganisa­tion an. Der Arbeitertag im Oktober 1873 in Olten schuf den allgemeinen schweizerischen Arbeiterbund. Dieser löste sich 1880 auf. An seine Stelle trat eine rein gewerkschaftliche Dachorganisation, der Schweizerische Gewerkschaftsbund. Die Schweizer Gewerkschaften waren von Anfang an um die Schaffung eigener Selbsthilfe- und Sozialeinrichtungen bemüht: Zunächst Arbeitslosen- und Krankenkassen, Alters- und Unterstützungskassen, später Schulungs- und Ferieneinrichtungen usw. Seit jeher gewährten die Gewerkschaften ihren Mitgliedern auch Rechtsschutz.

Der Schwei­ze­ri­sche Ge­werk­schafts­bund SGB ist heute die gröss­te Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­ti­on der Schweiz. In ihm sind 16 Ein­zel­ge­werk­schaf­ten zu­sam­men­ge­schlos­sen, die ins­ge­samt rund 380'000 Mit­glie­der ver­tre­ten. Der SGB ist auf eid­ge­nös­si­scher Ebene tätig. Es bestehen zudem kantonale Gewerk­schaftsbünde und lokale/regionale Organisationen. Das Schwer­ge­wicht der Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen des SGB liegt bei der Wirt­schafts-​ und So­zi­al­po­li­tik. Für Volks­ab­stim­mun­gen be­schliesst der SGB die Pa­ro­len und führt Ab­stim­mungs­kam­pa­gnen durch, lan­ciert selbst In­itia­ti­ven und er­greift ge­ge­be­nen­falls das Re­fe­ren­dum gegen Ge­set­zes­vor­la­gen.

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