Europäische Union (EU) als Friedenswerk

Hälfte / Moitié

(CaféBabel.) Der Friedensnobelpreis, der in der Vergangenheit bereits an Mut­ter Teresa, Henry Kissinger und Barack Obama ging, wurde am 12. Oktober 2012 an die Europäische Union verliehen. Die Union aus 27 Nationen und 500 Millio­nen Bürgern wurde für 67 Jahre friedvolles Zusammenleben ausgezeich­net.

Hier ist die Erklärung des Komitees im Wortlaut:

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(SPIEGEL Online) "Das Norwegische Nobelkomitee hat entschieden, dass der Frie­densnobel­preis 2012 an die Europäische Union (EU) vergeben wird. Die Union und ihre Vor­gänger haben über sechs Jahrzehnte zur Förderung von Frieden und Ver­söhnung beigetragen. Seit 1945 ist diese Versöhnung Wirklichkeit geworden. Das furchtbare Leiden im Zweiten Weltkrieg zeigte die Notwendigkeit eines neuen Eu­ropa. Über 70 Jahre hatten Deutschland und Frankreich drei Kriege ausgefochten. Heute ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar. Das zeigt, wie historische Feinde durch gut ausgerichtete Anstrengungen und den Aufbau gegen­seitigen Vertrauens enge Part­ner werden können.

Teilung Europas beendet

In den achtziger Jahren sind Griechenland, Spanien und Portugal der EU beigetre­ten. Die Einführung der Demokratie war Voraussetzung für ihre Mitgliedschaft. Der Fall der Berliner Mauer machte den Beitritt möglich für mehrere zentral- und osteuro­päische Staaten. Dadurch wurde eine neue Ära der europäischen Geschichte ein­geleitet. Die Teilung zwischen Ost und West ist in weiten Teilen beendet. Die Demo­kratie wurde gestärkt. Viele ethnisch bedingte Konflikte wurden gelöst.

Die Aufnahme von Kroatien als Mitglied im nächsten Jahr, die Einleitung von Auf­nahmeverhandlungen mit Montenegro und die Erteilung des Kandidatenstatus an Serbien wird den Prozess der Aussöhnung auf dem Balkan voranbringen. Im letzten Jahrzehnt hat auch in der Türkei die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft Demokratie und Menschenrechte in diesem Land gefördert.

Blick auf das Wesentliche

Die EU erlebt derzeit ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten und beachtliche soziale Unruhen. Das Norwegische Nobelkomitee wünscht den Blick auf das zu lenken, was es als wichtigste Errungenschaft der EU sieht: den erfolgreichen Kampf für Frieden und Versöhnung und für Demokratie sowie die Menschenrechte; die stabilisierende Rolle der EU bei der Verwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege zu einem des Friedens.

Die Arbeit der EU repräsentiert 'Bruderschaft zwischen den Nationen' und entspricht einer Form von 'Friedenskongress', wie Alfred Nobel dies als Kriterium für den Frie­denspreis 1895 in seinem Testament umschrieben hat."

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Schweiz als Insel der Seligen

(Swissinfo, 21.10.2012). Am besten wäre es gemäss Cohn-Bendit, wenn die Schweiz der EU beiträte: "Der Schweiz geht es als Insel der Seligen doch nur so gut, weil die EU drum herum ist, weil die EU die Kastanien aus dem Feuer holt und wirtschaftliche Strukturen aufbaut, von denen dann Unternehmen wie Nestlé profitieren."

(Wi­kipedia). Marc Daniel Cohn-Bendit (* 4. April 1945 in Montauban, Tarn et Garonne, Frank­reich) ist ein Politiker der Partei (Bündnis 90 / Die Grünen und Eu­rope Ecologie-Les Verts) und Publizist.1968 wurde er der prominenteste Sprecher der Studenten wäh­rend der Unruhen in Paris. Nach seiner Ausweisung aus Frank­reich war er in Deutschland im Sozialistischen Deutschen Studentenbund SDS und der Außerparlamentarischen Opposition aktiv. In der Sponti-Szene von Frankfurt am Main spielte er in den 70er Jahren eine führende politische Rolle und war Herausge­ber des Stadtmagazins Pflasterstrand. Gemeinsam mit Joschka Fischer engagierte er sich von Beginn an in der alternativen Bewegung, 1994 wurde er in das Europäi­sche Parlament gewählt, wo er seit 2002 Co-Vorsitzender der Fraktion Die Grünen / Euro­päische Freie Allianz ist. Er kandidierte abwechselnd für die deutschen und die fran­zösischen Grünen und er wohnt als deutscher Staatsbürger in Frankfurt a.M.

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Frieden nicht selbstverständlich

PIV. „Das furchtbare Leiden im Zweiten Weltkrieg zeigte die Notwendigkeit eines neuen Eu­ropa. Über 70 Jahre hatten Deutschland und Frankreich drei Kriege ausgefochten“, hält das Nobel-Komitee zum Friedensnobelpreis für die Europäische Union (EU) fest.

Der Lebenslauf des europäischen Politikers Daniel Cohn-Bendit offenbart, in welchem Mass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges positive Kräfte in Europa wirken konnten. Und zur europäischen Einigung in der friedensstiftenden EU führten. In Frankreich geboren, in Deutschland Bürger geworden. Europäischer Bürger, der abwechselnd in Frankreich und in Deutschland für das Europäische Parlament kandidiert. Die Zeitgeschichte in Europa beeinflusst auch die direkten Lebensumstände in Europa, und daher auch von uns hier in der Schweiz. Dass heute Frieden und somit Wohlstand herrscht, hat Gründe und ist nicht selbstverständlich.

 

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