Glücksfall für unsere Gesellschaft

Paul Ignaz Vogel

Das neu eröffnete Haus der Religionen - Dialog der Kulturen in Bern-West ist aus dem städtebaulichen Bemühen entstanden, ein von Armut und Ausgrenzung bedrohtes Quartier nicht verslumen zu lassen. Bern-Bümpliz soll attraktiver werden und als Wohnort beitragen, Kulturkonflikte in einem Dialog auszutragen. 

Durch die Aufwertung der religiösen Kultstätten von zahlreichen Migrations-Ethnien finden sich nun die verschiedensten Religionen unter einem Dach. Damit kommt es zur greif- und damit begreifbaren, aber indirekten Aussage, dass alle Religionen gleichwertig sind und keine den Anspruch auf die absolute Wahrheit erheben soll. 

Mit dieser aufklärerischen Relativierung geschieht aber auch ein wichtiger Informations­schub. Es ist in unserer Gesellschaft immer wichtiger, fundamentale und primäre, vor Ort erzeugte authentische Informationen über fremde Kulturen, ihre Religi­onen und ihre Wertvorstellungen zu erhalten, denn unsere heutige Medienwelt in der Schweiz steht zusehends unter dem Druck des Kommerzes. Mut, Engagement und Weitsicht sind weniger verkäuflich, fundamentale Informationen erlangen somit weniger Bedeutung. Die mit Hass und Angst operierende Politik braucht so nur abzu­sahnen und wird noch obendrein mit Wahl- und Abstimmungserfolgen belohnt. Finster­nis nimmt Einzug. 

Das Haus der Religionen – Dialog der Kulturen  in Bern-West kann dem Abhilfe bie­ten. Zu wünschen wäre, dass es Ziel von familiären und gesellschaftlichen Ausflü­gen, von Vereinen und namentlich von Schulen wird. Denn künftige Generationen sollten auch später noch das Licht der Aufklärung sehen und nicht in Vorurteilen und Demagogie verkommen. 

Der Standort des Hauses der Religionen – Dialog der Kulturen am Europaplatz in Bern-West, gleich neben der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenar­beit der Schweizerischen Eidgenossenschaft), ist sinnbildlich. Die neutrale, seit Jahr­hunderten von Kriegen verschonte Schweiz hat dank ihres Glücks die bindende ethi­sche Pflicht, sachlich zu informieren, gegenseitige Achtung und Toleranz zu fördern und Kulturkonflikte in einen konstruktiven und nachhaltigen Dialog ausmünden zu lassen.  

Ganz im Sinne von Lessings Ringparabel, mit der er die Gleichwertigkeit der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam erklärte. Die Schweiz lebt im Geist dieser Aufklärung mit den Menschenrechten. Daraus sind unser Staat und unsere Bundesverfassung entstanden. So hat unser Land seinen Platz in Eu­ropa – auch am Europaplatz in Bern-West.

Lessings Ringparabel: http://de.wikipedia.org/wiki/Nathan_der_Weise#Ringparabel 

* * *

Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit

In den Pariser Massakern vom 7. Januar 2015 wurde auch der französische Poli­zist Ahmed Merabet von den Attentätern erschossen, nachdem er, verletzt auf dem Boden liegend, die Hände hochgehalten hatte. Merabet war Muslim. Der Bruder des Verstorbenen nimmt Stellung. Er beruft sich auf die Werte von Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit:

https://www.youtube.com/watch?v=YSDgPVLi9_4

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________


Tausende NGOs starten Action/2015:

Weltweite Kampagne zur Bekämpfung extremer Ar­mut

 

Mehr als tausend Nichregierungsorganisationen aus der ganzen Welt starten die Action/2015-Kampagne. Sie gilt als größte Kampagne aller Zeiten und will die Politiker dazu aufrufen, in diesem Jahr verstärkt im Sinne der Ärmsten der Weltbevölkerung zu entscheiden. EurActiv Brüssel berichtet.

http://www.euractiv.de/sections/entwicklungspolitik/tausende-ngos-starten-ac­tion2015-kampagne-zur-bekaempfung-extremer

______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

JournalistInnen fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt 

(Swissinfo) Der zunehmende Druck auf die Arbeitsbedingungen von Journalis­tinnen und Journalisten in der Schweiz schränkt die Berichterstat­tungsfreiheit ein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Frei­burg. Die Abhängigkeit von kommerziellen Interessen stelle eine Gefahr für die Zukunft des Berufsstands dar. 

http://www.swissinfo.ch/ger/alle-news-in-kuerze/journalisten-fuehlen-sich-in-ihrer-freiheit-eingeschraenkt/41220162

Für einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Medien­schaffenden

(syndicom) Unsere 13. Aktion Jetzt schlägts 13 ist eine Reaktion auf die anhaltende Verweigerung des Verlegerverbandes, Verhandlungen für einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) aufzunehmen: syndicom und impressum fordern die Arbeitsinspektorate auf, auf sämtlichen GAV-losen Redaktionen der Deutschschweiz und des Tessins zu prüfen, ob die Unternehmen das Arbeitsgesetz einhalten.

http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailan­sicht/news/jetzt-schlaegts-13-zum-13-mal.html

Zurück


Unterstützen Sie den Mediendienst
Hälfte/Moitié mit einer Spende über PayPal:



Bitte teilen Sie unsere Artikel: