Mediendienst Hälfte / Moitié mit Zukunft

Hälfte / Moitié

Henriette Kläy / Red. / Am 12. Mai 2015 fand im Hotel National in Bern die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins für soziale Gerechtigkeit (Trägerschaft des Mediendienstes Hälfte / Moitié) statt. Es kam zu einem Generationenwechsel im Vorstand. Und die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle sozialinfo.ch wird auf der Basis von Mandaten weiter geführt. Die Mitgliederversammlung wählte Nationalrätin Yvonne Feri zur neuen Präsidentin.

Es gab viele Entschuldigungen. Auch Gerda Hauck, Gründungspräsidentin des Vereins für soziale Gerechtigkeit konnte nicht anwesend sein. Sie gratulierte jedoch schriftlich zum Stabwechsel und wünschte dem Verein weiterhin ein gutes Gedeihen. Oswald Sigg leitete als scheidender Vereinspräsident kompetent den ersten Teil der Mitgliederversammlung.

Analysen und Befragungen

Der Jahresbericht wurde einstimmig verbschiedet. Der alte Vorstand hatte ganze Arbeit geleistet, um die Übergabe vorzubereiten und den Wechsel zu vollziehen. Zu Beginn des sehr arbeitsintensiven vergangenen Vereinsjahrs wurde eine Auslegeordnung der Finanzen des Vereins für soziale Gerechtigkeit und des Mediendienst Hälfte / Moitié erstellt und dem Vorstand zur Diskussion und Beschlussfassung übergeben. Es stellte sich heraus, dass die hypothetische Anrechnung der kostenlosen Freiwilligenleistungen in Buchhaltung und künftigem Finanzbedarf ein ganz anderes Bild ergeben als bisher angenommen wurde. Soll die bisher gratis arbeitende SeniorInnengeneration durch Nachfolgende im Erwerbsalter ersetzt werden, würde sich der Finanzbedarf wesentlich erhöhen.

Als Gründer des Mediendienstes Hälfte / Moitié im Jahr 1996 veröffentlichte Paul Ignaz Vogel am 29. September 2014 einen Beitrag in „Eigener Sache“, in dem er auf die altersbedingte Notwendigkeit eines Wechsels hinwies und somit die ganze LeserInnenschaft und die Öffentlichkeit in den Diskurs über die Zukunft der alternativen Publikation Hälfte / Moitié einbezog. Mit einer Leserschaftsumfrage wurde darauf eine Bedarfserhebung über den Mediendienst Hälfte / Moitié gemacht. Die Antworten fielen überaus positiv aus. Es konnte eine hohe Rücklaufquote verzeichnet werden sowie eine Sympathiewelle und viel Engagement bei den LeserInnen.

Mandate an Geschäftsstelle sozialinfo.ch

Aufgrund der umfangreichen und stets gewachsenen Arbeiten innerhalb des Sekretariates und der Zusatzbelastung durch die Redaktion beschloss der Vorstand am 2. Dezember 2014 als Sofortmassnahme zwei Mandate an die Geschäftsstelle sozialinfo.ch zu übergeben. Diese umfassen einerseits den Bereich Technik (IT, Website, Versand Mailings), andererseits das Sekretariat (Vorstandsorganisation, Mitgliederverwaltung, Rechnungsführung, Buchhaltung). Am 17. Februar 2015 führten die beiden Vereinsmitglieder Patrizia Mondini und Martin Gasser für den Vorstand und Gäste eine Klausurtagung (Workshop Zukunft Hälfte / Moitié) in Bern durch. Der Workshop wurde zu einem Zukunft bildenden  Anlass. Neue Wege für den Generationenwechsel entstanden. In der Übergangsphase nach der Mitgliederversammlung 2015 werden die Redaktionsgeschäfte temporär vom bisherigen Redaktionsteam weiter geführt um gegenüber der LeserInnenschaft Beständigkeit zu wahren und mit unbezahlter Freiwilligenarbeit das Budget zu entlasten.

Redaktion und Finanzen

Im Berichtsjahr wurde die Verantwortung für die Redaktion des Newsletters und der Website-Inhalte durch die beiden langjährigen Redaktoren Oswald Sigg und Paul Ignaz Vogel ausgeführt. Im Rahmen dieser Tätigkeit ergaben sich diverse Zusammenarbeiten mit freiwilligen BerichterstatterInnen auch die Entgegennahme von persönlich verfassten Porträts von Betroffenen. Diese zeigen sehr berührend, wie es sich anfühlt, in unserer Gesellschaft von Armut und Ausschluss betroffen zu sein. Die persönliche Zuwendung an diese Menschen ist und bleibt eine wichtige Aufgabe des Mediendienstes sowie auch die Redaktion und Überarbeitung der Beiträge.

An der Mitgliederversammlung 2015 ergaben Rechnung und Bilanz keinerlei Fragen von Seiten der Anwesenden. Und der Revisorenbericht bescheinigte eine sauber und fachmännisch geführte Buchhaltung. Das neue provisorische Budget wurde ohne Beschlussfassung der Mitgliederversammlung vorgestellt. Es sieht einen Verlust vor. Aufgabe des neuen Vorstandes wird es sein, die Finanzierung der Vereinsgeschäfte, das neue Geschäftsmodell sowie auch die Sicherstellung der Redaktion ab 2016 vorzuschlagen.

Neuer Vorstand

Erfreulicherweise hatten sich qualifizierte Persönlichkeiten aus der nächsten Generation zur Verfügung gestellt, die Geschäfte für die Zukunft des Unternehmens Hälfte / Moitié zu führen. Yvonne Feri (Nationalrätin SP / AG und Gemeinderätin für Soziales in Wettingen), Barbara Beringer (Geschäftsführerin sozialinfo.ch), Patrizia Mondini und Martin Gasser wurden mit grossem Stimmenmehr in den Vorstand gewählt. Oswald Sigg gratulierte den Neugewählten und dankte den bisherigen Vorstandsmitgliedern ganz herzlich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Ebenso wurde Ueli Müller zum Revisor gewählt.

Yvonne Feri erläuterte, dass es darum gehe, die Armut zu bekämpfen und nicht die Armutsbetroffenen. Und es sei ihr wichtig, den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Sie überlege sich in der Politik immer, welche Auswirkungen die Entscheide auf alle EinwohnerInnen haben werden. Mit dieser Haltung wolle sie auch in die Arbeit beim Verein für soziale Gerechtigkeit mit dem Mediendienst "Hälfte / Moitié" einsteigen.

Statutenänderung, Mitgliederbeiträge und Verabschiedung

Im Zusammenhang mit den Mandaten und Verstärkung der Zusammenarbeit mit sozialinfo.ch drängte sich eine Statutenänderung auf. Barbara Beringer erläuterte die Neuerungs-Vorschläge. Auf Verlangen eines Mitglieds wurde einzeln über die Änderungen abgestimmt. Alle Artikel wurden mit grosser Mehrheit angenommen. In Artikel 4 wurde die Zielgruppe mit "Armutsbetroffenen" ergänzt - ein wichtiger Einwand, der im Vorfeld niemandem aufgefallen war. In der Schlussabstimmung wurden die Statuten einstimmig angenommen.

Der Antrag des neuen Vorstandes, den Beitrag für ordentliche Mitglieder auf jährlich Fr. 80.- zu erhöhen, wurde mit grossem Mehr angenommen. Nach einer Diskussion hielt die Mitgliederversammlung am jährlichen Beitrag für Armutsbetroffene von Fr. 10.- fest. Anschliessend dankte die neue Präsidentin Yvonne Feri den abtretenden Vorstandsmitgliedern Moritz Berger (bisher Finanzen), Marziya Erden, Oswald Sigg (bisher Präsident), Markus Troxler, Juliette Vogel Schmid und Paul Ignaz Vogel (Gründer des Mediendienstes Hälfte / Moitié) für ihr Engagement  und die Aufbauarbeit mit einem Blumenstrauss und einem kleinen Geschenk. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung wurde auf den 3. Mai 2016 anberaumt.

Referat

Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung folgte ein Referat der Sozialarbeiterinnen Sophie Müller und  Andrea Wüthrich zum Thema "Wie sich Sozialhilfebeziehende im System der Sozialhilfe zur Wehr setzen können". Darüber wird später ein Bericht im Mediendienst Hälfte / Moitié erscheinen. Nach einer kurzen Diskussion zum interessanten Vortrag wurde vom scheidenden Präsidenten Oswald Sigg ein Apéro spendiert.

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