Jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut bedroht

Hälfte / Moitié

(Mitget) Jedes fünfte Kind in Deutschland ist armutsgefährdet. Rund 2,1 Millionen der unter 15-Jährigen leben in Familien, die mit weniger als 60% des durchschnittlichen Netto-Einkommens auskommen müssen. Bei einer vierköpfigen Familie sind das 1‘848 EUR im Monat. Weitere rund 480‘000 Kinder wachsen knapp über dieser Armutsschwelle auf. 

Zu diesen kommt eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Beengte Wohnverhältnisse, keine Möglichkeit in den Urlaub zu fahren, weder Auto noch Internet, fehlende Winterkleidung und das Verbot, Freunde zum Essen mit nach Hause zu bringen, prägen den Alltag dieser Kinder. 

Was für eine grosse Belastung diese Einschränkungen des Handlungsspielraums für Eltern und Kinder in der Tat ist wurde zudem bei Familieninterviews der Armutsforscherinnen Prof. Dr. Sabine Andresen und Danijela Galic (Universität Frankfurt) untersucht. 

Die materielle Unterversorgung sowie eine fehlende soziale Teilhabe stellen demnach einen bedeutenden Nachteil für den restlichen Lebensweg der Kinder dar. Die staatliche Unterstützung ginge zu oft am Bedarf der Kinder vorbei, weshalb ihre Bedürfnisse bei künftiger Armutsbekämpfung mehr in den Mittelpunkt rücken sollen. Die Studienautorinnen empfehlen zentrale Anlaufstellen, strukturelle Veränderungen, eine Überprüfung des Existenzminimums für Kinder sowie eine Anpassung der staatlichen Grundsicherung. 

www.bertelsmann-stiftung.de

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