Kriminelle der United Bank of Switzerland (UBS)

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Die Schweizerische Eidgenossenschaft musste 2008 die United Bank of Switzerland (UBS) mit 68 Milliarden Franken retten. Aushängeschild wurde ein alt Bundesrat. Doch der schweizerische Rechtsstaat wollte die CEOs der fehlbaren United Bank of Switzerland (UBS) nie zur Rechenschaft ziehen.

Die Bestrafung haben nun die amerikanischen und englischen Justiz- und Finanzbe­hörden nachgeholt. Genugtuung herrscht bei einfachen Leuten und Ge­prellten – auch in der Schweiz.  Ausgelöst wurden die Korrekturen im internationalen Finanz­wesen durch den LIBOR-Skandal.

Die London Interbank Offered Rate (auch LIBOR) ist der täglich festgelegte Refe­renzzinssatz im Interban­kengeschäft, der an jedem Arbeitstag um 11:00 Uhr Londo­ner Zeit fixiert wird. Nach Wikipedia handelt es sich um Sätze, welche die wichtigs­ten international tätigen Banken der British Bankers Association in London festlegen, zu denen sie am Markt Gelder von anderen Banken aufnehmen bezie­hungsweise angeboten bekommen. Libor-Zinsen sind Angebotszinsen.

Hohe Busse bezahlt

Mitte 2012 wurde bekannt, dass bis zu 20 Banken weltweit an Manipulationen des LIBOR mitgewirkt hatten. Es wurde wegen Verdacht auf Betrug ermittelt. Zu den An­geschuldigten gehörte auch die United Bank of Switzerland (UBS). Diese musste im De­zember 2012 eine Busse von 1,4 Mrd. Franken zahlen, nachdem sie sich mit dem US-Justizministerium und der US Commodity Futures Trading Commission auf Ver­gleiche geeinigt zu hatte, wie Cash am 19.12.2012 berichtete.

Am 19. Dezember 2012 schrieb dazu das Schweizer Gratisblatt „20minuten“: „Damit wird die UBS offiziell zu einer kriminellen Organisation gestempelt, die von nun an wie jeder x-beliebige Verbrecher unter Bewährung steht. ‚Beim nächsten Mal ziehen wir dich aus dem Verkehr‘, lautet die Drohung der US-amerikanischen und englischen Be­hörden.“

Und zur Strafe an den Pranger

Nachdem die US-Justiz und Finanzbehörden Genugtuung erhalten hatte, meldeten sich auch die Engländer. Ein Ausschuss aus Mitgliedern des britischen Ober- und Unterhauses, dem auch der künftige Erzbischof von Canterbury Justin Welby ange­hört, untersuchte die Libor-Af­färe. Zur Anhörung wurden anfangs 2013 die CEOs der UBS nach London zitiert. Marcel Rohner war zwischen 2007 und 2009 knapp 20 Mo­nate UBS-Chef gewesen.

Rohner sagte: „.Ich war schockiert, peinlich berührt und beschämt, als ich von der Manipulation las“. Doch die Mitglieder der Kommission des britischen Parlaments liessen sich von den Aussagen der UBS-CEOs nicht beeindrucken. 

„Finanz und Wirtschaft“ schrieb am 11. Januar 2013 dazu: „Der Präsident des britischen Untersuchungsausschusses  bezeichnete das Verhalten der Führungsriege gar als grobfahrlässig. Der aktuell höchste Investmentbanker der UBS, Andrea Orcel, sagte, die Kultur im Bankensektor müsse sich ändern. ‚Nach einem langen Bullenmarkt, ungehindertem Wachstum und grosszügigem Zugang zu Fremdkapital waren wir alle zu arrogant, von uns selbst überzeugt‘, sagte er. Das war nicht nur im Fall des Interessen­konflikts bei der Libor-Eingabe so. Dasselbe gilt für die riesigen Verluste auf ­US-Hypothekenpapieren während der Finanzkrise, den Handelsverlust eines Traders und auch die Betreuung von US-Kunden, die Steuern umgingen. Das ist eine lange Liste von Verfehlungen, die allesamt teuer zu stehen kamen.“

 

Siehe auch: Finanz und Wirtschaft, 11. Januar 2013:

http://www.fuw.ch/article/ich-war-beschamt-als-ich-von-den-manipulationen-erfuhr/


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