Arbeitsmarkt: Der Bundesrat zu zaghaft für Lohngleichheit zwischen Frau und Mann

Hälfte / Moitié

(SP-Frauen)  Auch wenn der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ seit 1981 in der Verfassung verankert ist, sieht die Realität anders aus. In der Schweiz verdienen heute die Frauen im Durchschnitt immer noch 20% weniger als die Männer. « Kein wirtschaftliches oder soziales Argument kann rechtfertigen, dass eine Frau für die gleiche Arbeit weniger verdient als der Mann », hält Yvonne Feri, Präsidentin der SP Frauen, fest.

„Die Eröffnung der Vernehmlassung zur Revision des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Mann und Frau ist ein starkes Zeichen: es ist höchste Zeit, dass Lohngleichheit eine Realität wird!“. Trotzdem sind die heute präsentierten Massnahmen für die SP Frauen ungenügend.

Die Antwort auf das Postulat Noser, welches die Aussagekraft des Lohngleichheitsinstruments LOGIB in Frage stellt, ist aufschlussreich. Der Bericht hält fest, dass das Kontrollinstrument geeignet und einfach in der Anwendung ist sowie den Aufwand für die Unternehmen in einem vernünftigen Rahmen hält. Im Weiteren wird deutlich, dass eine Mehrheit der befragten Unternehmen staatliche Massnahmen für die Lohngleichheit als angezeigt erachtet. Angesichts dessen ist die eiserne Abwehrhaltung einzelner bürgerlicher und wirtschaftlicher Kreise gegen jegliche Massnahmen kaum noch zu halten.

Neuer Kontrollmechanismus nötig

Ausserdem ist die vom Bundesrat verabschiedete Vernehmlassungsvorlage zur Revision des Bundesgesetzes über die Gleichstellung weit von der Einführung einer « Lohnpolizei » entfernt, wie aus den gleichen Kreisen immer wieder zu hören ist. Die SP Frauen begrüssen das Projekt insofern, als es endlich zu einer konkreten Massnahme in diesem Bereich führt. Trotzdem ist die einzige Verpflichtung für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden, eine regelmässige Lohnanalyse durchzuführen und die Ergebnisse zu publizieren, zu zaghaft. Es bleibt zu hoffen, dass diese Massnahme einzelne Unternehmen dazu bringt ihre Lohnstruktur und somit die Situation für die Frauen verbessern. Trotzdem bleiben die SP Frauen überzeugt, dass es weitergehende verbindliche Massnahmen braucht. Die Möglichkeit für die zuständige Behörde die durchgeführten Lohnanalysen der Unternehmen zu kontrollieren sowie die Einführung eines neuen Kontrollmechanismus sind Massnahmen, welche die SP Frauen mit Nachdruck einfordern werden.

(18.11.2015)

 

 

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