Manifest gegen Hetze: Armut bekämpfen, nicht die Armen

Hälfte / Moitié

(SGB) Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Hilfswerken und weiteren sozial engagierten Organisationen wendet sich in einem Manifest gegen die systematische Diffamierung der Sozialhilfe und ihrer Bezüger/innen. Es bekennt sich zu einer Sozialhilfe, die einen Zugang zum gesellschaftlichen Leben eröffnet. 

In letzter Zeit ist es wieder schick geworden, die Bezüger/innen der Sozialhilfe als Schmarotzer und die in der Sozialhilfe Tätigen als Naivlinge mit zuviel Herz, aber zu wenig Kopf anzugreifen. Die Botschaft, zumeist bewusst, lautet: Der gesellschaftliche Konsens wird von unten bedroht, von den Faulen, den Betrügern, die den Gabentisch absahnen, den die Krampfenden bereitstellen müssen. Missbrauch an allen Ecken stellen die Schmierenschreiber fest, Politiker fordern dann Massnahmen ge­gen die “soziale Hängematte“. Darüber kann wieder berichtet werden. Der Kreis hat sich geschlossen... Und einige oben lachen sich ins Fäustchen, wenn sich Volkes Zorn gegen unten entlädt. Dann kann man ungestört die Einkommensgräben ausbauen. 

Weiterlesen: 

http://www.sgb.ch/index.php?id=144&L=0&tx_ttnews%5BbackPid%5D=&tx_ttnews%5Btt_news%5D=3741&cHash=30d2fd6c3ef03552e08f7547fe0c2e70

(Medienmitteilung Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB) vom 17.12.2014)

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Medien-Beuteschema gegen schwache Menschen

(TA) Eine private Stiftung hat 470 Medienschaffende eingeladen, um ihnen die Resultate einer Untersuchung zu präsentieren. Doch die Studie hat ein Pro-blem: Sie passt schlecht ins Beuteschema von JournalistInnen. 

In der Schweiz werden sie als Täter beschrieben, im Ausland als Opfer: Eine Studie beurteilt die Berichterstattung über Roma als einseitig und pauschalisierend. 

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-schockierende-Studie-von-der-Journalisten-nichts-wissen-wollen/story/12910665

Wie die Gemeindepräsidentin von Hagenbuch den Sozialirrsinn herbeiflunkerte:

http://www.watson.ch/!988630837?utm_medium=earned&utm_source=app&utm_rainbowunicorn=0&utm_campaign=share-tracking 

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/wegen-eritrea-familie-kesb-greift-gemeinde-hagenbuch-an-id3356151.html

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Sozialhilfe: Transparenz statt Polemik

(SP Schweiz) Der Ständerat hat ein Postulat von Pascale Bruderer zur Sozialhilfe einstimmig angenommen. «Wir brauchen eine Versachlichung der Diskussion und eine Klärung der offenen Fragen», erklärt die Aargauer SP-Ständerätin. «Mangelnde Transparenz schürt Vorurteile und führt zu einer un­differenzierten Verallgemeinerung aufgrund von Einzelfällen.

Diese Polemik nützt niemandem, sie schwächt vielmehr das soziale Netz und führt zu ungerechtfertigten Angriffen auf jene Menschen, die darauf angewiesen sind». Das Postulat beauftragt den Bundesrat, Leistungen und Kosten der Sozialhilfe aufzuzeigen und insbesondere die Rolle von Privatfirmen in der Sozialhilfe zu untersu­chen.

Wie er in seiner Antwort auf das Postulat festhält, «anerkennt der Bundesrat den Bedarf nach einer Objektivierung der Diskussion über Sozialhilfe». Tatsächlich ist in den letzten Monaten eine mediale und politische Polemik auf dem Rücken der Sozialhilfebeziehenden entbrannt. Diese Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist falsch. «Die Armut ist das Problem, das es zu bekämpfen gilt - nicht der von Armut betroffene Mensch», ruft Pascale Bruderer in Erinnerung.

Die SP wehrt sich vehement dagegen, Menschen, die in eine prekäre Lebenssitua­tion geraten sind, anzugreifen und finanziell zu bestrafen. Die Sozialhilfe ist das äus­serste soziale Netz, das uns im Notfall auffängt. Wir müssen dafür sorgen, dass die­ses Netz tragfähig ist und den Menschen, die darin landen, möglichst schnell wieder auf die Beine helfen.

Im Interesse einer sachlichen Debatte hat die SP schon im September eine Serie von Vorstössen eingereicht, die vom Bundesrat alle zur Annahme empfohlen werden. Neben mehr Transparenz geht es der SP um erste Erkenntnisse aus dem Wechsel von Laienbehörden zur KESB sowie um Massnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit von Jugendlichen von der Sozialhilfe.

(SP-Medienmitteilung 11-12-2014)

Postulat Bruderer: Transparenz in Bezug auf private Firmen in der Sozialhilfe

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143915

 

Postulat Barbara Gysi: Transparenz statt Polemik in der Sozialhilfe

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143892

 

Postulat Yvonne Feri: Erste Erkenntnisse zur KESB

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143891

 

Motion Silvia Schenker: Reduktion der Abhängigkeit von Jugendlichen von der Sozialhilfe:

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143890

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Steuervorteile nur für die Reichsten in der Schweiz:

Besteuerung der Sozialhilfe gefordert

Künftig müssten die Ärmsten der Gesellschaft ihre staatliche Sozialhilfe und auch private Hilfe ebenfalls versteuern. Ein entsprechender Vorstoss der stän­derätlichen Wirtschaftskommission fand in der Wintersession 2014  im Plenum eine Mehrheit von 27 zu 9 Stimmen. Wie steht es mit der Steuergerechtigkeit der Reichsten? Das fragt sich der Tagesanzeiger-Kommentar: 

Siehe:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Sozialhilfe-kuenftig-auch-be­steuert/story/31042479

Zurück


Unterstützen Sie den Mediendienst
Hälfte/Moitié mit einer Spende über PayPal:



Bitte teilen Sie unsere Artikel: