Erstmals Mindestlöhne in der Industrie

Unia

(Unia) Im neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Maschinen-, Elektro- und Me­tallin­dustrie werden erstmals Mindestlöhne festgeschrieben. 75 Jahre lang hat­ten sich die Arbeit­geber gegen die Mindestlöhne im GAV resolut gesperrt.

Jetzt gelang der Durchbruch in sehr harten Verhandlungen und dank der kompeten­ten Medi­ation durch den ehe­maligen BIGA-Direktor Jean-Luc Nordmann. Das Ver­handlungsergebnis muss jetzt noch von den zuständigen Gremien der Sozialpartner verabschiedet werden. Die Verhandlungsdelegation und die Sektorleitung Industrie der Ge­werkschaft Unia halten das Ergebnis für zufriedenstellend.

Dank Mediation

Die Verankerung der Mindestlöhne war von Anfang an die zentrale Forderung der Unia-Branchenkonferenz der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie als Bedingung für den Ab­schluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrages. Anfänglich sperrte sich der Arbeitgeberver­band Swissmem rigoros gegen Mindestlöhne im GAV, obschon nur Mindestlöhne und eine attraktiver gestaltete duale Berufsbildung den Fachkräfte­mangel der Industrie beheben kön­nen. Angestellte Schweiz, eigentlich eine Arbeit-

n­ehemerInnen-Vertretung, half der Swissmem, die Mindeslohnforderung der Unia abzublocken. Nach sechs Monaten Ringen verliess die Unia-Delegation als einzige Gewerkschaft am 26. April 2013 die Verhandlungen und liess sie damit scheitern. Denn jetzt konnte nur noch eine Mediation den vertragslosen Zustand und das Ende des Arbeitsfriedens abwehren. 

Gegen Lohndumping 

Ohne Mindestlöhne für Unqualifizierte und Mindestlöhne für Qualifizierte konnte nicht mehr von einer Sozialpartnerschaft gesprochen werden. Angesichts des wachsenden Lohndrucks, gerade auch bei den Qualifizierten, sind Mindestlöhne im GAV unab­dingbar. Und sie sind eines der stärksten Instrumente gegen Lohndumping, gegen Lohnmissbrauch im Rahmen der Personenfreizügigkeit und damit gegen fremden­feindliche Initiativen und Tendenzen. Die Deregulierung des Arbeitsschutzes erfor­dert Mindestlöhne in den Gesamtarbeitsveträgen und im Gesetz (wie dies die Min­destlohninitiative der Gewerkschaften fordert). 

Die Mindestlöhne im GAV sind ein erster Schritt. Daran, insbesondere an der Lohn­höhe,  wird Unia weiterarbeiten. Zudem verlangt die Unia von den Arbeitgebern und vom Bundesrat nun starke industriepolitische Impulse für den Werk- und Denkplatz Schweiz, insbesondere für den ökologischen Umbau.

(01.06.2013)

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Mitbestimmung

 

An der Strassenkreuzung steht ein Haus,

das lässt zweimal am Tag die Büezer raus,

das trommelt zweimal am Tag die Büezer rein.

So war es stets. Soll es so sein?

 

Das Arbeitervolk hat nicht gelernt,

zu freuen, wie es sich am besten wehrt.

Zu schuften, ja, fürs Kapital,

das hat es im Griff, das ist fatal.

 

Ein Betrag von Franken werden

am Schluss des Monats übergeben,

den Arbeitenden, dass sie schweigen,

sich wieder einmal neu einkleiden.

 

Etwas für die Kinder, das Auto, das Essen.

Statt Mitbestimmung Eigeninteressen

Einmischung erfordert halt Energie

und den meisten Meistern gefällt dies nie.

 

Die Mitbestimmung tut weiter Not.

Genossenschaften haben sie erprobt,

diese dann erfolgreich verwirklicht.

Ansonsten: Gehorsam. Arbeiten Pflicht.

 

Emil Schneuwly

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