Verarmte und verbrauchte Zugewanderte

swissinfo

(Swissinfo,  18. 12.2012 ). Immer mehr Menschen der ersten Einwanderergene-ration kommen ins Rentenalter - und damit in eine schwierige Situation. Sie sind öfter arm und krank als ihre Schweizer Altersgenossen. Das müsse nicht sein, sagt die Kommission für Mig­rationsfragen (EKM) und zeigt, was zu tun wäre.

Laut der EKM haben ältere Migrantinnen und Migranten schlechtere Fremd­spra­chenkenntnisse. Weil dieses Problem lokal gelöst werden müsse, seien hier die Ge­meinden gefordert. "Ältere Zuwanderer zu integrieren, heisst, diese Leute auf lo­kaler Ebene zu erreichen." Dazu solle die Information in den Gemeinden verbessert wer­den. Diese hätten bei­spielsweise dafür zu sorgen, dass die Broschüre mit dem Titel "Älterwerden in der Schweiz - Gesundheitsratgeber für Migrantinnen und Migranten und ihre Angehöri­gen" in die wichtigsten Fremdsprachen übersetzt wird.

"Der Fokus der Integrationsarbeit lag bisher ganz sicher nicht auf den Seniorinnen und Senioren", sagte EKM-Präsident Walter Leimgruber dazu. Dabei sei heute ein Fünftel der über 65-Jährigen nicht in der Schweiz geboren. Die Gruppe der älteren Generation der Zugewanderten setzt sich gemäss der Studie aus mehr als 160 Her­kunftsnationen zusammen. Das Bundesamt für Statistik geht davon aus, dass die Zahl der pensionierten Migrantinnen und Migranten bis im Jahr 2020 weiter zuneh­men wird.

Weniger Geld zur Verfügung

Im Vergleich zu einheimischen haben zugewanderte Rentnerinnen und Rentner ten­denziell kleinere Renten. Ein Viertel aller ausländischen Pensionierten könne mit ih­ren Einkünften die minimalen Lebenskosten nicht decken.

"Armut trifft ältere Zugewanderte deshalb häufiger als gleichaltrige Schweizerinnen und Schweizer", folgert die Studie. Zudem seien Zugewanderte, die in den 1950er- und 1960er-Jahren als gesunde Arbeitskräfte in die Schweiz geholt wurden, oftmals einer körperlich belastenden Arbeit nachgegangen. (sda-ats)



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Zunahme der Frauen-Arbeitslosigkeit

Swissinfo, 11.12.2012. Frauen leiden stärker unter der zunehmenden Arbeitslo­sigkeit als Männer. Und Frauen arbeiten unter schlechteren Arbeitsbedingun­gen. Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO hat die interna­tionale Wirtschaftskrise diese Unterschiede weiter verschärft.

Während sich weltweit die gravierenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsgrad bis zum Jahr 2007 verkleinert hätten, habe die weltweite Finanzkrise die Tendenz nun umgekehrt. Dies treffe ins­besondere bei den Industrieländern zu, stellt ein ILO-Bericht fest.

Zwischen 2002 und 2007 belief sich die Arbeitslosenquote bei den Frauen auf 5,8 Prozent gegenüber 5,3 Prozent bei den Männern. In der aktuellen Krise hat sich der Unterschied verstärkt: 2012 lag die Arbeitslosenquote bei den Frauen bei 6,4 Prozent gegenüber 5,7 Prozent bei den Männern.

In der Krise seien 13 Millionen Arbeitsplätze von Frauen und 16 Millionen von Män­nern verschwunden. Dem Konjunktureinbruch dürften nach Ansicht der ILO 2013 weitere 2,5 Millionen Stellen zum Opfer fallen. Für die Situation der Frauen rechnet die ILO bis 2017 mit keiner Besserung.

Frauen seien auch durch ihre Teilzeitstellen stärker von der Krise betroffen. Sie wür­den sich ausserdem bei Schwierigkeiten schneller aus dem Arbeitsmarkt verabschie­den um sich ihrer Familie widmen, stellte ILO-Direktor José Manuel Salazar-Xirin­achs fest.

Vor der Krise sei die Beschäftigung der Frauen jährlich um 1,8 Prozent gewachsen gegenüber 1,6 Prozent bei den Männern. Seit 2008 habe sich diese Tendenz umge­kehrt und das Wachstum bei der Frauen-Beschäftigung liege nun 0,1 Prozentpunkte unter demjenigen der Männer. (sda-ats)

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Angst vor Arbeitslosigkeit

(Swissinfo, 11.12.2012). Die Schweizerinnen und Schweizer blicken eigentlich optimistisch in die Zukunft. Von der Krise in Europa sind sie erstaunlich unbe­eindruckt, wie der Sorgenbarometer 2012 der Credit Suisse zeigt. Dennoch ist Arbeitslosigkeit ihre grösste Angst.

Die Mehrheit der Befragten schätzt die Schweizer Wirtschaftslage als robust ein. Ein Fünftel erwartet gar eine Verbesserung. Dieser Optimismus spiegle sich auch beim Privatkonsum, wie die Credit Suisse in ihrer Umfragenauswertung schreibt.

Die Arbeitslosigkeit landete in diesem Jahr trotzdem auf dem ersten Platz der Ängste und Sorgen. Die CS führt dies darauf zurück, dass ein hoher Beschäftigungsgrad als Voraussetzung für das Funktionieren der Schweiz angesehen wird.

Auf dem zweiten Platz der grössten Sorgen landete in diesem Jahr die Ausländerpro-blematik, zu der auch die Integration und die Personenfreizügigkeit gezählt werden. Am dritthäufigsten sorgen sich die Schweizerinnen und Schweizer um ihre Alters-vorsorge. Dabei sind es aber nicht die Jungen, die Bedenken äussern, sondern die aktuellen Bezüger, die offenbar Angst vor einschneidenden Kürzungen haben. (sda-ats)

 

 

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