Zunahme der Sozialhilfe in Kantonen bis 10%

Hälfte / Moitié

(Mitget) Im Jahr 2012 wurden in der Schweiz 250’333 Personen in 153’586 Fäl­len mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unter­stützt. Die Sozialhilfequote steigt ge­genüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1%. 

Zunahme der Fälle in allen Kantonen: Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl Fälle mit Sozialhilfebezug um 8900 bzw. 6,1% und die der betroffenen Personen um 14’200 bzw. 6,0%. Diese Zunahme ist zu ei­nem beträchtlichen Teil auf die Überfüh­rung der kantonalen Arbeitslosenhilfe in die Sozialhilfe im Kanton Genf zurück­zufüh­ren. Allein diese Fusion führte zu einer Zu­nahme von rund 3200 Fällen. Daneben ist aber auch eine generelle Zunahme der Fälle in allen anderen Kantonen festzustellen. 

In einigen Kantonen beträgt die Zunahme der Fälle rund 1% (GL, GR, SZ, TG, ZH), in anderen rund 10% (OW, TI, VS). In den meisten Kantonen liegt sie zwischen 3% und 9%. In keinem Kanton hat die Fallzahl abgenommen. Diese Entwicklung ist neu, zumal in den letzten Jahren auch Kantone mit abnehmenden Fallzahlen vertreten waren. 

Die Zunahme der Sozialhilfefälle führt auch zu einer Zu­nahme der unterstützten Per­sonen. Erstmals übersteigt die Zahl Sozialhilfebeziehender die Grenze von 250’000. Da­mit geht auch eine Zunahme der Sozialhilfequote einher. Gesamtschweizerisch liegt sie neu bei 3,1%. 

Kinder und Jugendliche am stärksten be­troffen 

Knapp ein Drittel aller Sozialhilfebeziehenden (75’000 Per­sonen bzw. 29,9%) ist un­ter 18 Jahre alt. Bezogen auf die entsprechende Referenzbevölkerung macht dies eine Sozialhilfequote von 5,1% aus, womit die Kinder und Jugendlichen rund zwei Drittel mal stärker von Sozialhilfe betroffen sind als alle anderen Altersgruppen.

Zahl der älteren Sozialhilfebeziehenden nimmt schneller zu 

Seit Jahren steigt der Anteil der Sozialhilfebeziehenden die zwischen 46 und 64 Jah­ren alt sind. Zwischen 2011 und 2012 betrug die Zunahme der 46-bis 55-jährigen So­zialhilfebeziehenden 8,1% und die der 56-bis 64-jähri­gen 10,2%. Diese beiden Al­tersgruppen stiegen im letz­ten Jahr am stärksten an. 

Erhöhtes Sozialhilferisiko der ausländischen Personen 

2,2% aller Schweizerinnen und Schweizer beziehen Sozial­hilfe. Dabei sind die Män­ner stärker betroffen (2,3%) als die Frauen (2,1%). Umgekehrt verhält es sich mit den Aus­länderinnen und Ausländern. Da liegt die Sozialhilfequote der Frauen mit 6,6% höher als die der Männer (6,0%). Ins­gesamt beträgt die Sozialhilfequote der Auslän­derinnen und Ausländer 6,3%. Das bedeutet, dass jede 16. ausländische Person in der Schweiz auf Sozialhilfe angewiesen ist. Ähn­lich hohe Unterschiede zeigen sich auch bei der Aufgliede­rung nach Altersklassen. Die am stärksten betroffene Al­ters­gruppe, die der Kinder, weist bei den Ausländern und Ausländerinnen eine Sozial­hilfequote von 9,8% auf. Mit an­deren Worten: Jedes 10. ausländische Kind in der Schweiz erhält Sozialhilfe. 

Die Sozialhilfequote der Bürge­rinnen und Bürger aus den EU27-Staaten beträgt ins­gesamt 3,1% und entspricht damit genau der gesamtschweizerischen Quote. Mit 2,6% weisen dabei die vier EU-Nachbarstaaten der Schweiz die tiefste Sozialhil­fequote aus. Sie liegt nur leicht über der Quote der Schweizerinnen und Schweizer (2,2%). Personen aus diesen Staaten haben keine Schwierigkeiten bei der sprachli­chen Integration, sie verfügen eher über eine höhere Ausbildung und ihre Familien­struktur ist jener der Schweizer Beziehenden ähnlich.

(Bundesamt für Statistik, 17.12. 2013)


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