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Hälfte / Moitié

Veranstaltung zum Internationalen Tag der Menschenrechte. Samstag, 10. Dezember 2016, 15.00 Uhr im Kafi Klick in Zürich mit Dr. iur. Pierre Heusser (UFS), Dr. Natalie Benelli und Branka Goldstein von der IG Sozialhilfe.

Dr. iur. Pierre Heusser,
Rechtsanwalt in Zürich Vertrauensanwalt der Unabhängigen Fachstelle für Sozialhilferecht, UFS:

"Sozialhilfe - Abbau und Verschärfungen ohne Ende

Dr. Natalie Benelli Soziologin, IG Sozialhilfe: Moderation 

Branka Goldstein, Präsidentin IG Sozialhilfe:

"Nie wieder strukturelle Gewalt an Armutsbetroffenen und fürsorgerische Zwangsmassnahmen für Kinder" 

Samstag, 10. Dezember 2016

15:00 Veranstaltung

18.00 Gemeinsames Jahresendessen

Eintritt frei – Kollekte 

Kafi Klick, Gutstrasse 162, 8055 Zürich

Tram 14 bis Goldbrunnenplatz und Bus 67 bis Haltestelle „Im Gut“nbsp]

*** 

Armut beinhaltet strukturelle Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung! 

Das Leben für Armutsbetroffene ist hart – auch in der reichen Schweiz! Die in den Jahren 2015 und 2016 neu festgelegten Sozialhilfe-Richtlinien machen es noch härter. Diese Richtlinien legen in fast allen Kantonen fest, wer wie viel Sozialhilfe erhält. Seit Anfang dieses Jahres müssen Grossfamilien und Jugendliche mit viel weniger Geld auskommen als bisher. Bei sogenanntem „Fehlverhalten“ kann neu als Sanktion doppelt so stark gekürzt werden.

Als wäre dies nicht schon genug, wird ab Januar 2017 die Schraube weiter angezogen. So müssen armutsbetroffene Eltern und vor allem alleinerziehende Mütter damit rechnen, dass sie gezwungen werden, ihre Kinder fremdbetreuen zu lassen und wieder Arbeit zu suchen, sobald das Kind zwölf Monate alt ist.

Es ist ein Hohn, dass der Bund aktuell sogenannte „Wiedergutmachungen“ an Opfer Fürsorgerischer Zwangsmassnahmen bezahlt, während die Konferenz der Kantonalen Sozialdirektoren, SODK, Massnahmen in der Sozialhilfe beschloss, die erneut Fremdplatzierungen fördert: Das besonders Skandalöse dabei ist, dass bereits Arm-Sein offenbar Grund genug ist für eine erzwungene Fremdbetreuung von Kindern.

Die strukturellen Ursachen von Armut werden in diesen Argumentationen komplett ausgeblendet und die Folgen müssen Armutsbetroffene und ihre Kinder tragen. Ein so knappes Budget, kein Geld für Sport und Freizeitaktivitäten, bedeutet für armutsbetroffene Kinder kaum Zugang zur Alltagsnormalität anderer Kinder, zu haben: Ferien, Reisen, Ausflüge, Freizeitkurse usw. sind für sie ein ferner Luxus. Armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen fehlt auch oft das breite Weltwissen, das vorausgesetzt wird, um eine gute Berufsausbildung absolvieren zu können in der reichen Schweiz!

Darum fordern wir: Einklagbare soziale Rechte, auch Kinderrechte, in die Bundesverfassung.

Die IG Sozialhilfe wurde vor über 20 Jahren gegründet und ist parteipolitisch sowie konfessionell unabhängig, steht aber klar auf der Seite der Armutsbetroffenen. Zur Weiterführung unserer Arbeit sind wir dringend auf Spenden angewiesen! Unterstützt uns politisch und materiell.

IG Sozialhilfe, Verein zur Verwirklichung der Menschenrechte für Armutsbetroffene in der Schweiz. PC 80-47672-7,

IG Sozialhilfe Postfach 1566, 8032 Zürich

ig-sozialhilfe@gmx.ch www.ig-sozialhilfe.ch

 

 

 

 

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